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1367 |
Schweiz: Durch ein Verbot der Stadt Bern findet das Kartenspiel eine erste Erwähnung. |
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um 1370 |
Europa: Der Gebrauch von Karten wird in vielen Städten erwähnt. |
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um 1430 |
Italien: Zeugnisse für den Gebrauch des Tarots als eigenständiges Kartenspiel. Erste Kartensätze tauchen an Fürstenhöfen auf, welche aus 22 Trümpfen und 56 weiteren Karten bestehen. |
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ab 1505 |
Italien: Die Bezeichnung tarocco (Plural: tarocchi) kommt auf. Sie wird später zu »Tarot« (Frankreich) und »Tarock« (Deutschland). |
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1594 |
Frankreich: Die Zunft der Kartenmacher nennt sich Tarotiers. |
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16. Jahrhundert |
Frankreich: Die Motive des Tarot de Marseille entstehen. Der Tarot de Marseille ist richtungsweisend für die prinzipielle Gestaltung, die Abfolge der Bilder, deren Nummerierung und Bezeichnungen nachfolgender Spiele. Namensgeber für das Tarot de Marseille ist die französische Hafenstadt Marseille. Hier hat augenscheinlich der Schwerpunkt der Kartenproduktion gelegen. Die Bezeichnung »Tarot de Marseille« kennzeichnet mehrere Kartenspiele und ist eher als ein Gattungsbegriff für den wichtigen Ast der Tarot-Überlieferung zu verstehen. |
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Mitte des 17. Jahrhundert |
Frankreich: Die älteste bekannte Ausführung eines Tarot de Marseille greift zurück auf das Mailänder Visconti-Sforza-Tarot aus dem 15. Jahrhundert. Im 17. und 18. Jahrhundert erlebt der Kartentyp des Marseiller Tarock seine Blütezeit. |
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18. Jahrhundert |
Frankreich: Der Begriff »Marseiller Tarock« prägt sich, da die Karten dieser Art überwiegend in Marseille hergestellt werden. Italien: In Oberitalien entsteht der Lombardische Tarock in Anlehnung an das Tarot de Marseille. Das »Tarocco di 78 Carte Bolognea Sec. XVIII« von Giacomo Zoni, das zur Gruppe der Marseiller Tarots gehört, entsteht. Im Verlag Il Meneghello wird seit 1989 eine miniaturisierte Faksimile-Ausgabe verkauft. |
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1713 |
Frankreich: Das »Tarot des Centuries« von J. P. Payen entsteht in Südfrankreich. Eine Neubearbeitung stammt von 1984 (Verlag Boéchat Héron). Es handelt sich um das älteste erhaltene Marseiller Tarot. |
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1760 |
Frankreich: Nicolas Conver gestaltet das heute berühmteste und meist geschätzte Tarot de Marseille nach alten italienischen Trumpf-Abbildungen. Der Kartenmacher schneidet seine Motive in Birnbaum-Holz. Die Drucke kolorierte er mittels der Schablonen-Technik. Der Einsatz von Schablonen gestattet es, größere monochrome Flächen zu gestalten. So können hohe Auflagenzahlen bei akzeptablen Unkosten erreicht werden. Conver erreichte durch den Einsatz der vier Farben Rot, Gelb, Blau und Schwarz einen ausgewogenen Gesamteindruck. |
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1781 |
Frankreich: Antoine Court de Gébelin (1719–1784) lässt sich von einem Marseiller Tarot zu den ersten Schriften zum divinatorischen Gebrauch des Tarots inspirieren. Er deckt die esoterische Tragweite des Tarots auf. |
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19. Jahrhundert |
Frankreich: Der Zweig des Besançon Tarock entsteht. Die Kartenleiten sich alle vom Tarot de Marseille ab. Die Spielkartenhersteller des Tarot de Marseille verlagern ihre Herstellung in die südfranzösische Stadt Besançon. Das Besançon Tarock zeichnet sich durch bestimmte Symbole aus (z. B. Juno und Jupiter anstelle von Päpstin und Papst). Éliphas Lévi (1810–1875) veröffentlicht mehrere Bücher zu den Themen Magie und Mystik. Er ist davon überzeugt, dass das Tarot das archaische Wissen der Kabbala in sich berge. Die Bezeichnung »Arkana« für die Karten des Tarots wird von Paul Christian (1811–1877) geprägt. Danach spricht man erstmalig von der Großen und der Kleinen Arkana. Christian verbindet Tarot mit der Astrologie. Ende des 19. Jahrhunderts erscheint das »Tarot Classic« von Johannes Müller d.J., das zur Gruppe des Tarot de Marseille gezählt wird (Nachdruck 1971, AGM AGMüller). |
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um 1800 |
Deutschland: Das »Tarot Rhenan« entsteht in der Freiburger Werkstatt von Ignaz Krebs, das ebenfalls zur Gruppe des Tarot de Marseille zählt. (Nachdruck 1984, Piatnik, Wien.) |
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1889 |
Frankreich: Oswald Wirth (1860–1943) veröffentlicht unter Anleitung des frz. Okkultisten Stanislas de Guaita die erste rein esoterische Bearbeitung des Marseiller Tarock. |
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1910 |
England: Das heute bekannteste Tarot erscheint: die Rider-Waite-Karten von A. E. Waite (1857-1942) und der Künstlerin Pamela Colman Smith (1878–1951) sorgen dafür, dass die Ikonographie des Tarot de Marseille noch heute nachwirkt. |
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1930 |
Frankreich: Das »Ancien Tarot de Marseille« (Altes Marseiller Tarot) erscheint im Verlag Grimaud als zeitgemäßes Wahrsagespiel. Mit der Neuveröffentlichung der Karten, die im 19. Jahrhundert erstmals gedruckt wurden, wird das Interesse am Tarot de Marseille für die Divination geweckt. |
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1944 |
England: Aleister Crowley (1875–1947) veröffentlicht seine Karten, kongenial gemalt von Lady Frieda Harris (1877–1962), als »Das Buch Thoth«. |
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1949 |
Frankreich: Paul Marteau, Firmenleiter des Grimaud-Verlag, bringt ein Begleitbuch zu den Karten des »Ancien Tarot de Marseille« heraus: »Le Tarot de Marseille«. Er entwickelt eine für die damalige Zeit bemerkenswerte Art der Interpretation der Karten. Er baut zudem die noch nicht sehr populären Lehren C. G. Jungs ein. |
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1975 |
Frankreich: Neubearbeitung des »Tarot Español« von Guiseppe Ottone, 1736 (Fournier). |
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1979–1996 |
Italien: Niki de Saint Phalle (1930–2002) schuf mit vielen anderen Künstlern den Giardino dei Tarocchi (Tarot-Garden) in der Toskana/Italien. |
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1980 |
Japan: Das Marseiller Tarot »Angel Tarot« des Herstellers U. S. Games erscheint. |
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1981 |
Spanien: Die »22 Arcanos Mayores« des Verlags Naipes Comas entstammen angeblich einem »provençalischen Renaissance-Kartenspiel«, was aber sicherlich nicht der Wahrheit entspricht. Vielmehr greift es auf Karten des 18. Jahrhunderts zurück. |
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1983 |
Frankreich: Das »Tarot de Marseille« von A. Aymerich (Fournier) wird veröffentlicht. Leuchtende Farben in der Ästhetik des New Age. |
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1984 |
Italien: Als Vorlage für das »Tarocco Popolare di Marsiglia« diente wahrscheinlich das »Tarot Classic« (Verlag Il Meneghello). |
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1988 |
Spanien: Der spanische Spielkartenhersteller Naipes Comas veröffentlicht das »Divination Tarot« in Anlehnung an das »Ancien Tarot de Marseille«. |
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1990 |
Schweiz: Das »Tarot de Marseille« erscheint (AGM AGMüller). Als Vorlage dient ein Deck des Genfer Kartenmachers Gassmann aus dem 19. Jahrhundert, das bereits die Vorlage für das »Tarot Classic« lieferte. |
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seit 1990 |
Weltweit: Es erscheinen auch weiterhin Kartenspiele in der Tradition des Tarot de Marseille. |
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1997–1999 |
Schweiz: Der international anerkannte Künstler und Grafiker Otto Spalinger (geb. 1935) erschafft das »Tarot de Marseille Convos« auf der Grundlage des Kartendecks des Nicolas Conver. Das Deck erscheint 1999 bei AGM AGMüller. |
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1998 |
Frankreich: Philippe Camoin (der letzte Nachfahre Nicolas Convers) und Alexandre Jodorowsky restaurieren mit viel Aufwand das Tarot de Marseille von Conver. Sie halten sich dabei penibel an die Farb- und Symbolvorlage des Originals. |